Fliegenplage bekämpfen
Wenn das Wetter schöner wird und die Temperaturen auch im Tierzimmer über die 24°C Marke klettern, erfreut sich Obst- (Drosophilidae) und Buckelfliege (Megaselia scalaris) einer wachsenden Population und vermehrt sich bis ins unerträgliche...
Beide im Grunde für den Menschen nur extremst lästig, jedoch für die Terrarienbewohner potentieller Überträger von Nematoden und anderen Parasiten. Bei der Zucht von Schaben und Schnecken beispielsweise sind diese Viecher ehr unlustig, denn die ganze Zucht an Weinbergschnecken ist schon abgestorben. Diese wurden regelrecht aus ihren Häuschen gefressen... Für unsere Vogelspinnen sind diese Hygieneschädlinge erst recht sehr gefährlich.
Momentan sind wir am überlegen, wie man der Fliegenplage Herr werden kann und ab heute Morgen habe ich 3 Petrischalen mit einem Gemisch aus fruchtiger, süßer Fäulniss und Spülmittel, strategisch in der Wohnung verteilt. Mal sehen, ob es sich bewährt... An einer Lösung in den Terrarien wird noch gearbeitet, da das mit den offenen, klebrigen Gefäßen ehr weniger bei Schlange oder Spinne funktioniert.
So far, so good… SickSight.
Orthriophis taeniurus frisei (Taiwan Schönnattern) abzugeben !!!
Wir haben noch 0.0.4 futterfeste Taiwan Schönnattern (Orthriophis taeniurus frisei) aus Okt/09 abzugeben.
Es handelt sich um eigene Nachzuchten. Jungtiere und Eltern können unverbindlich gern vorort angesehen werden!
Bei Fragen zu Haltung helfen wir natürlich auch gern weiter!
Infos mit Bildern zum Gelege und Schlupf hier auf meiner Website.
- Gelege: taiwan-schonnatter-gelege.html
- ... und weitere Infos zu unseren Schönnattern: Tag Schönnatter
Gopher Corn – Verpaarung von Bullennatter und Kornnatter
Seit März 2008 halte ich 1.0 Pantherophis gutattus und 0.1 Pituophis catenifer affinis (beide amelanistisch - albinotisch) zusammen in einem Terrarium.
Ich hatte mich damals länger damit beschäftigt und die Vor- und Nachteile dieser Vergesellschaftung abgewogen und kam zu dem Entschluss, die Tiere in einem großen Terrarium mit unterschiedlichen Trocken- und Feuchtzonen zu halten. Vor ca. einem Monat kamen die Tiere in ihr Endterrarium mit den Maßen L205cm x B75cm x H105cm mit vielen Versteck-, Klettermöglichkeiten und einem großen Wasserteil zum gelegendlichen Baden...
Dieses neue Umfeld hat wohl nun die Hormone der Tiere so beflügelt, das sie sich heute Vormittag in der Feuchtzone verpaart haben.
Ich hatte immer gedacht, das die Verpaarung nur unter Einsatz von Hormonen (in meinem Fall einer weibl. Kornnatter) zustande kommen kann. So funktioniert das jedenfalls bei gezielter Verpaarung zwischen zwei Gattungen. Eigendlich bin ich ja offizieller Gegner von Hybriden und Farbzüchtungen, die aus Profitgier und modischen Gesichtspunkten immer wieder ihre Renaissance bei einigen Terrarianern finden.
Bei meinen beiden Exemplaren hat sich die Natur wohl durchgesetzt und sie haben sich ohne mein Zutun gerade offensichtlich verpaart... Was nun... Ganz ehrlich?! ... Keine Ahnung!^^ Ob ich sie zeitige und entwickeln lasse, weis ich noch nicht... In der Natur ist eine artübergreifende Verpaarung und Vermehrung übrigens möglich und findet auch statt. Die Neonaten sind allerdings sehr oft unfruchtbar, so das in den seltensten Fällen eine dauerhafte Vermischung der Arten entsteht.
Nach einer kurzen Recherche über Google fand ich heraus, das diese potentiellen Gattungshybriden u.a. auch auf Kornnatter.de unter "Albino Gopher Corn" beschrieben sind und auch weiterführend auf internationalen Seiten unter dem Begriff "Gopher Corn" oder lustigerweise auch unter "Turbo Corn" zu finden sind...
Jetzt heist es erstmal abzuwarten, ob Medusa, das Bullennatterweibchen überhaupt ein Gelege hervorbringt. Mein Lebensmotto ist ja "Hauptsache sie haben ihren Spaß...", welches ich hier ja auch wieder anwenden kann!
So far, so good… SickSight.
Die Oothek – und aus welchem Material sie besteht
Wie die Überschrift schon aussagt, will ich hier kurz erklären, aus welchem Meterial die Oothek einer Gottesanbeterin gebaut ist. Wenn man es bis ins letzte analysiert, ist das Thema recht kompliziert, daher möchte ich es hier einfach und allgemein halten. Der Kokon wird gleichzeitig mit der Eiablage gebaut. Form, Festigkeit und Farbe ist artspezifisch, da abgestimmt auf das jeweilige Habitat des Tieres.
Für den Kokonbau sind zwei Drüsen am Hinterleib verantwortlich, welche unterschiedliche Sekrete absondern.
- Der Grundbaustoff der Oothek besteht aus einem eiweißhaltigen Sekret, welches aus einer der zwei Drüsen im Zusammenhang mit 3-Hydroxy-4-0 (beta-glucopyranosido) - Benzoesäure ausgeschieden wird. Ausserdem betten manche Arten Calciumoxalat Kristalle in die Oothekenwände ein.
- Das Sekret der anderen Drüse enthält eine Beta-Glucosidase, die für die Härtung des Proteins zuständig ist.
Vermischen sich die Sekrete der beiden Drüsen unter Sauerstoff verwandelt sich das mit der Cerci (Afterfühler) schaumig strukturierte Protein in Sklerotin. Dadurch wird das vorher wasserlösliche Eiweißhaltige Eipaket hart und bekommt eine bräunliche Färbung.
Lange Rede kurzer Sinn... Die Oothek besteht größtenteils aus Eiweiß, welches so verändert wird, das es sehr widerstandsfähig gegenüber mechanischen und chemischen Einflüssen ist. Das Endprodukt ist also Sklerotin, welches hauptsächlich im Exoskelett von Gliederfüßern (Arthropoden) wie Insekten und Krebstieren vorkommt.
Hier gehts zu einem YouTube Video von ksuads — 6. Juni 2009 — Zeitraffer von einer Sphodromantis viridis bei der Ablage einer Oothek über 2,5 Stunden . Download in höherer Auflösung hier: Rapidshare.com
Mantiden Nachwuchs
Unsere männerhassende Mitbewohnerin "Gotti" (Hierodula membranacea, Indische Riesengottesanbeterin) hat heute, scheinbar über Nacht, ein Eierpaket (Oothek) an die Unterseite ihrer Pflanze geklebt, welches ich gerade entdeckte...
Ich denke, da muss sich die Besitzerin der Pflanze demnächst von einem Trieb der Pflanze trennen, sonst laufen hier irgendwann ziemlich viele kleine Gottesanbeterinnen in der Wohnung herum...
Mal sehen, ob es klappt und wieviele Mantiden hier in ca. 6 Wochen herumlaufen!^^
So far, so good… SickSight.
PS: Die Oothek - und aus welchem Material sie besteht...
PPS: Ein Link für die, die Infos über diese Mantis suchen...
Gespenster Nachzucht explodiert
Ich weis nicht wie und warum, aber unser Bestand an Extatosoma tiaratum (Australische Gespenstschrecke) explodiert förmlich.
Hunderte von Eiern werden wöchentlich aus dem Becken gesammelt, welche dann nach und nach in einem halben Jahr wieder schlüpfen werden. Dabei verkaufen wir die subadulten Tiere schon massenhaft. Ich bin beeindruckt.
Wir halten die Tiere in einem 60 x 40 x 60cm Phelsumenterrarium (schräge Frontscheibe) mit Küchenpapier als Bodengrund und zwei Gefäßen mit Brombeerästen. Beleuchtet und erwärmt ist das Terrarium mit einer 25W Glühbirne aus dem Baumarkt.
Bei der Zucht dieser Phasmiden achten wir auch ständig darauf, das mindestens ein Männchen im Terrarium sitzt und sich mit den Weibern paaren kann. Dies ist zwar nicht zwingend notwendig, da die Tiere auch Parthenogenese betreiben, aber um die Zuchtlinie stabil zu halten finde ich es sinnvoll.
Interessant ist es vielleicht noch zu erwähnen, das wir versehendlich Erde mit Gespenstschreckeneiern in die Überwinterungsboxen von den Schlangen gepackt haben - wie auch immer... Die Gespenstschrecken haben sich trots einer durchschnittlichen Temperatur von 10°C perfekt entwickelt. War schon etwas verwunderlich, das auf einmal kleine ameisenähnliche Gestalten (so tarnen sich die kleinen Gespenstschrecken in der ersten Häutung) im umfunktionierten Schlafzimmer herumlaufen... Naja... damit wäre mal wieder bewiesen, wie robust diese Phasmiden doch sind!
Hier noch ein paar aktuelle Bilder von unseren Gespenstern (weibl.):
Vorteile eines Terraristik-Blogs bei TerraFans! ;)
Längere Zeit habe ich mich geärgert, das ich die Inkubationszeit bei unseren Orthriophis taeniurus frisei (Taiwan Schönnattern) nicht notiert hatte...
Und das, obwohl es doch so etwas besonderes war, denn wir zeitigten die Eier der Schlangen nicht herkömmlich im Inkubator, sondern ließen sie dort, wo das Weib sie abgelegt hatte im Terri.
Das ganze Funktionierte wie hier schonmal geschrieben super!
Doch heute kam die Erleuchtung!![]()
Da ich ja immer fleißig meinen Blog führe (naja, fast immer) habe ich heute beim durchstöbern meiner alten Artikel doch tatsächlich entdeckt, das ich über die Eiablage UND über den Schlupf einen Artikel verfasst hatte...
Aufgrund des Aufnahmedatums, welches als Exif (Exchangeable Image File Format) Datensatz von Digicams in JPEG Fotodateien gespeichert wird, konnte ich sogar den Schlupf eines Jungtieres, dessen Foto in dem Artikel gespeichert ist, bis auf die Minute rausfinden.... Wie geil!
Nun kann ich mit Sicherheit sagen, das die Zeitigung von unseren Taiwan Schönnattern 69 Tage dauerte.
Ihr glaubt garnicht, wie mich so eine Kleinigkeit erfreut!
Neuzugang 2.4 Aulacobolus spec. Vietnam (neu: Tonkinbolus dollfusi)
Seit heute sind wir stolze Halter von zwei männlichen und vier weiblichen Aulacobolus spec. Vietnam ( Die neue Namensgebung ist eigendlich Tonkinbolus dollfusi anstatt Aulacobolus spec. Vietnam. Die Tiere sind aber noch weitläufig über den alten Namen bekannt ). Das sind farbenprächtige "groß werdende" Tausendfüsser aus Vietnam.
Wir haben uns diese Tiere, als Bodenaufräumer im zukünftigen Schönnatterterrarium angeschafft.
Interessant an den Tieren ist auf jeden Fall, die Farbe und die Größe. Ich fand schon immer als Kind die Tausendfüsser in unseren Landen sehr interessant und fragte immer: "Wie können die so viele Beine bewegen?"
Die A. spec. Vietnam sollen angeblich 8-10cm groß werden, sind nachtaktiv und bekommen erstmal Moos, Laub, altes morsches Holz, Sepiaschale, Golliwog und ein wenig Obst ins Terra.
An dieser Stelle ein paar Bilder, kurz nach dem Einsetzen ins Übergangsterrarium. Wir wollen die Tiere erstmal kennen lernen und eventuell warten, bis sie ein bischen größer sind.
An alle interessierten, hier gehts zur Gruppe millipedes auf terrafans.com. Mitlerweile halte ich die Tiere nicht mehr, sondern Steffi.
Schönnatter Nachzucht ohne Inkubator (Orthriophis taeniurus frisei)
Vor einiger Zeit haben unsere Schönnattern ein Gelege abgelegt und wir überlegten uns, da Schönnattern nicht sehr beliebt sind (!SEHR unberechtigt!), diese Eier nicht in ein Brutgerät zu packen. Doch wollte ich den Eiern eine Chance geben und habe sie auf gut Glück im Terrarium gelassen. Ohne Brutgerät wurde aus fast allen Eiern etwas, außer zwei unbefruchteten und ein Jungtier hat es nicht aus dem Ei geschafft!!
Wir zeitigten die Eier einfach im Terrarium, wo das Weibchen sie ablegte - in einer halben Amphore, wo sie auch Feuchtigkeit durch den Kokoshumusboden bekamen. Die Inkubation dauerte vom 20. Juni bis zum 27. August (69 Tage) und die Jungtiere waren teils doppelt so groß, als bei einer Inkubation mit einem Brutgerät. Durch Nachtabsenkung und Temperaturschwankungen sind so sehr stabile, gesunde und kräftige Jungtiere entstanden.
Auch bei meinen Chondrodactylus turneri (Dickfingergecko) habe ich die Erfahrung gemacht, das eine Inkubation ohne Brutgerät sehr gut funktioniert. Man sollte den Tieren eh im Terrarium alle möglichen Temperatur und Klimazonen bieten, das Weibchen sucht sich schon die richtige Stelle zur Eiablage aus.
- Die Eier sahen schlecht aus und wir wollten sie kurz vorher schon entsorgen…
- Die Eier im Terrarium
- Ein paar sind schon geschlüpft…
- Neu auf dieser Welt
- Jungschlange und Elterntier in der Amphore
- Vater und Jungtier im Terrarium
- Beim Erkunden im Terrarium
- Untersuchen der Jungtiere und Trennung in seperate Behälter
- Kurz nach dem Schlupf, die Jungtiere in ihren beschrifteten Boxen
Wir haben auch beobachtet, das Orthriophis taeniurus frisei eine gewisse Art von Brutpflege machte. Wobei unsere Tiere so ruhig sind, das wir ohne Probleme die Jungtiere entnehmen konnten. Irgendwie bildeten wir uns auch ein, das die Jungtiere die Gesellschaft der Elterntiere suchten und sehr entspannt aussahen.
Weitere Bibrons gefunden!!
Ich lange mir mitlerweile an den Kopf... Gerade fand Steffi im alten Bibronbecken noch 2 kleine Geckos!
Die Tiere sind noch fitter als das erste Tier, über das ich hier geschrieben habe... Sie sehen gut genährt aus, waren hell von der Körperfarbe und schon mindestens zwei mal gehäutet...
Ich bin total perplex... In diesem Terra lagen die ganze Zeit nur eine Wurzel und ein Stück Kork! Beides genaustens untersucht nach dem letzten Fall!!
Das entpuppt sich hier als super laufende Chondrodactylus turneri Zuchtstation und wir wissen nicht wie das sein kann...
Wahnsinn...


























