Home of Sickness Eine kranke Sehenswürdigkeit

9Mai/109

Gopher Corn – Verpaarung von Bullennatter und Kornnatter

Seit März 2008 halte ich 1.0 Pantherophis gutattus und 0.1 Pituophis catenifer affinis (beide amelanistisch - albinotisch) zusammen in einem Terrarium.

Ich hatte mich damals länger damit beschäftigt und die Vor- und Nachteile dieser Vergesellschaftung abgewogen und kam zu dem Entschluss, die Tiere in einem großen Terrarium mit unterschiedlichen Trocken- und Feuchtzonen zu halten. Vor ca. einem Monat kamen die Tiere in ihr Endterrarium mit den Maßen L205cm x B75cm x H105cm mit vielen Versteck-, Klettermöglichkeiten und einem großen Wasserteil zum gelegendlichen Baden...

P. c. affinis & P. gutattus

Bullennatter - P. c. affinis (oben) & Kornnatter - P. gutattus (unten)

Dieses neue Umfeld hat wohl nun die Hormone der Tiere so beflügelt, das sie sich heute Vormittag in der Feuchtzone verpaart haben.

Ich hatte immer gedacht, das die Verpaarung nur unter Einsatz von Hormonen (in meinem Fall einer weibl. Kornnatter) zustande kommen kann. So funktioniert das jedenfalls bei gezielter Verpaarung zwischen zwei Gattungen. Eigendlich bin ich ja offizieller Gegner von Hybriden und Farbzüchtungen, die aus Profitgier und modischen Gesichtspunkten immer wieder ihre Renaissance bei einigen Terrarianern finden.

Bei meinen beiden Exemplaren hat sich die Natur wohl durchgesetzt und sie haben sich ohne mein Zutun gerade offensichtlich verpaart... Was nun... Ganz ehrlich?! ... Keine Ahnung!^^ Ob ich sie zeitige und entwickeln lasse, weis ich noch nicht... In der Natur ist eine artübergreifende Verpaarung und Vermehrung übrigens möglich und findet auch statt. Die Neonaten sind allerdings sehr oft unfruchtbar, so das in den seltensten Fällen eine dauerhafte Vermischung der Arten entsteht.

Nach einer kurzen Recherche über Google fand ich heraus, das diese potentiellen Gattungshybriden u.a. auch auf Kornnatter.de unter "Albino Gopher Corn" beschrieben sind und auch weiterführend auf internationalen Seiten unter dem Begriff "Gopher Corn" oder lustigerweise auch unter "Turbo Corn" zu finden sind...

Jetzt heist es erstmal abzuwarten, ob Medusa, das Bullennatterweibchen überhaupt ein Gelege hervorbringt. Mein Lebensmotto ist ja "Hauptsache sie haben ihren Spaß...", welches ich hier ja auch wieder anwenden kann! ;)

So far, so good… SickSight.

27Apr/103

Die Oothek – und aus welchem Material sie besteht

Wie die Überschrift schon aussagt, will ich hier kurz erklären, aus welchem Meterial die Oothek einer Gottesanbeterin gebaut ist. Wenn man es bis ins letzte analysiert, ist das Thema recht kompliziert, daher möchte ich es hier einfach und allgemein halten. Der Kokon wird gleichzeitig mit der Eiablage gebaut. Form, Festigkeit und Farbe ist artspezifisch, da abgestimmt auf das jeweilige Habitat des Tieres.

Für den Kokonbau sind zwei Drüsen am Hinterleib verantwortlich, welche unterschiedliche Sekrete absondern.

  1. Der Grundbaustoff der Oothek besteht aus einem eiweißhaltigen Sekret, welches aus einer der zwei Drüsen im Zusammenhang mit 3-Hydroxy-4-0 (beta-glucopyranosido) - Benzoesäure ausgeschieden wird. Ausserdem betten manche Arten Calciumoxalat Kristalle in die Oothekenwände ein.
  2. Das Sekret der anderen Drüse enthält eine Beta-Glucosidase, die für die Härtung des Proteins zuständig ist.

Vermischen sich die Sekrete der beiden Drüsen unter Sauerstoff verwandelt sich das mit der Cerci (Afterfühler) schaumig strukturierte Protein in Sklerotin. Dadurch wird das vorher wasserlösliche Eiweißhaltige Eipaket hart und bekommt eine bräunliche Färbung.

Lange Rede kurzer Sinn... Die Oothek besteht größtenteils aus Eiweiß, welches so verändert wird, das es sehr widerstandsfähig gegenüber mechanischen und chemischen Einflüssen ist. Das Endprodukt ist also Sklerotin, welches hauptsächlich im Exoskelett von Gliederfüßern (Arthropoden) wie Insekten und Krebstieren vorkommt.

>> Hier gehts zu einem Bild eines Kokons von der indischen Riesengottesanbeterin (Hierodula membranacea) <<

Hier gehts zu einem YouTube Video von ksuads 6. Juni 2009Zeitraffer von einer Sphodromantis viridis bei der Ablage einer Oothek über 2,5 Stunden . Download in höherer Auflösung hier: Rapidshare.com

27Apr/106

Mantiden Nachwuchs

Unsere männerhassende Mitbewohnerin "Gotti" (Hierodula membranacea, Indische Riesengottesanbeterin) hat heute, scheinbar über Nacht, ein Eierpaket (Oothek) an die Unterseite ihrer Pflanze geklebt, welches ich gerade entdeckte...

Klicken um das Bild zu vergrößern...

Klicken um das Bild zu vergrößern...

Ich denke, da muss sich die Besitzerin der Pflanze demnächst von einem Trieb der Pflanze trennen, sonst laufen hier irgendwann ziemlich viele kleine Gottesanbeterinnen in der Wohnung herum... :D

Mal sehen, ob es klappt und wieviele Mantiden hier in ca. 6 Wochen herumlaufen!^^

So far, so good… SickSight.

PS: Die Oothek - und aus welchem Material sie besteht...
PPS: Ein Link für die, die Infos über diese Mantis suchen...

18Feb/102

Gespenster Nachzucht explodiert

Ich weis nicht wie und warum, aber unser Bestand an Extatosoma tiaratum (Australische Gespenstschrecke) explodiert förmlich.

Eier im Rahmen einer Woche

Eier im Rahmen einer Woche

Hunderte von Eiern werden wöchentlich aus dem Becken gesammelt, welche dann nach und nach in einem halben Jahr wieder schlüpfen werden. Dabei verkaufen wir die subadulten Tiere schon massenhaft. Ich bin beeindruckt.

Wir halten die Tiere in einem 60 x 40 x 60cm Phelsumenterrarium (schräge Frontscheibe) mit Küchenpapier als Bodengrund und zwei Gefäßen mit Brombeerästen. Beleuchtet und erwärmt ist das Terrarium mit einer 25W Glühbirne aus dem Baumarkt.

Bei der Zucht dieser Phasmiden achten wir auch ständig darauf, das mindestens ein Männchen im Terrarium sitzt und sich mit den Weibern paaren kann. Dies ist zwar nicht zwingend notwendig, da die Tiere auch Parthenogenese betreiben, aber um die Zuchtlinie stabil zu halten finde ich es sinnvoll.

Interessant ist es vielleicht noch zu erwähnen, das wir versehendlich Erde mit Gespenstschreckeneiern in die Überwinterungsboxen von den Schlangen gepackt haben - wie auch immer... Die Gespenstschrecken haben sich trots einer durchschnittlichen Temperatur von 10°C perfekt entwickelt. War schon etwas verwunderlich, das auf einmal kleine ameisenähnliche Gestalten (so tarnen sich die kleinen Gespenstschrecken in der ersten Häutung) im umfunktionierten Schlafzimmer herumlaufen... Naja... damit wäre mal wieder bewiesen, wie robust diese Phasmiden doch sind!

Hier noch ein paar aktuelle Bilder von unseren Gespenstern (weibl.):

extatosoma_tiaratum_1

extatosoma_tiaratum_2

extatosoma_tiaratum_3

26Jan/101

Vorteile eines Terraristik-Blogs bei TerraFans! ;)

Längere Zeit habe ich mich geärgert, das ich die Inkubationszeit bei unseren Orthriophis taeniurus frisei (Taiwan Schönnattern) nicht notiert hatte...
Und das, obwohl es doch so etwas besonderes war, denn wir zeitigten die Eier der Schlangen nicht herkömmlich im Inkubator, sondern ließen sie dort, wo das Weib sie abgelegt hatte im Terri.

Das ganze Funktionierte wie hier schonmal geschrieben super!

Doch heute kam die Erleuchtung!Glühbirne geh an

Da ich ja immer fleißig meinen Blog führe (naja, fast immer) habe ich heute beim durchstöbern meiner alten Artikel doch tatsächlich entdeckt, das ich über die Eiablage UND über den Schlupf einen Artikel verfasst hatte...
Aufgrund des Aufnahmedatums, welches als Exif (Exchangeable Image File Format) Datensatz von Digicams in JPEG Fotodateien gespeichert wird, konnte ich sogar den Schlupf eines Jungtieres, dessen Foto in dem Artikel gespeichert ist, bis auf die Minute rausfinden.... Wie geil! ;)

Nun kann ich mit Sicherheit sagen, das die Zeitigung von unseren Taiwan Schönnattern 69 Tage dauerte.

Ihr glaubt garnicht, wie mich so eine Kleinigkeit erfreut! :)

4Okt/096

Schönnatter Nachzucht ohne Inkubator (Orthriophis taeniurus frisei)

Vor einiger Zeit haben unsere Schönnattern ein Gelege abgelegt und wir überlegten uns, da Schönnattern nicht sehr beliebt sind (!SEHR unberechtigt!), diese Eier nicht in ein Brutgerät zu packen. Doch wollte ich den Eiern eine Chance geben und habe sie auf gut Glück im Terrarium gelassen. Ohne Brutgerät wurde aus fast allen Eiern etwas, außer zwei unbefruchteten und ein Jungtier hat es nicht aus dem Ei geschafft!!

Wir zeitigten die Eier einfach im Terrarium, wo das Weibchen sie ablegte - in einer halben Amphore, wo sie auch Feuchtigkeit durch den Kokoshumusboden bekamen. Die Inkubation dauerte vom 20. Juni bis zum 27. August (69 Tage) und die Jungtiere waren teils doppelt so groß, als bei einer Inkubation mit einem Brutgerät. Durch Nachtabsenkung und Temperaturschwankungen sind so sehr stabile, gesunde und kräftige Jungtiere entstanden.
Auch bei meinen Chondrodactylus turneri (Dickfingergecko) habe ich die Erfahrung gemacht, das eine Inkubation ohne Brutgerät sehr gut funktioniert. Man sollte den Tieren eh im Terrarium alle möglichen Temperatur und Klimazonen bieten, das Weibchen sucht sich schon die richtige Stelle zur Eiablage aus.

Wir haben auch beobachtet, das Orthriophis taeniurus frisei eine gewisse Art von Brutpflege machte. Wobei unsere Tiere so ruhig sind, das wir ohne Probleme die Jungtiere entnehmen konnten. Irgendwie bildeten wir uns auch ein, das die Jungtiere die Gesellschaft der Elterntiere suchten und sehr entspannt aussahen.

23Jun/091

Taiwan Schönnatter Gelege

Vor drei Tagen erblickte ich doch voller Erstaunen mehrere Eier im Schönnatter-Terrarium (Orthriophis taeniurus frisei), die von einem sehr aufgeweckten Weibchen behütet wurden.

Ich hatte zwar bemerkt, das sich die Tiere in letzter Zeit mehrmals Paaren wollten, doch war der Bock immer zu "blöd" dazu. Es hatte eigentlich immer alles gepasst... das Weibchen zuckte, er zuckte zurück und sie umschlangen sich (so eine Art Paarungsritual bei Nattern), doch ich habe keine Paarung, geschweige denn einen ausgestülpten Hemipenis des Männchens gesehen.

0.1 Orthriophis taeniurus frisei

0.1 Orthriophis taeniurus frisei

Nun lag ich ja offensichtlich mit meinen Beobachtungen falsch und habe natürlich keinen Inkubator zur Verfügung. Die Schönnatter hat die Eier in eines der Verstecke gelegt - eine halbe Amphore, direkt unter der Wärmelampe. An dieser Stelle dürfte es eigentlich eine gute Inkubationstemperatur haben und die Luftfeuchte im Terrarium müsste auch passen.

Die Eier bleiben also aktuell bei diesem Gelege im Terrarium und ich lasse es auf ein Missglücken ankommen. Bedenken habe ich eigentlich nur wegen der Nachtabsenkung, die zur Zeit bei ca. 22°C liegt, wobei das in Taiwan eigentlich ähnlich sein müsste und dem Plattwalzen durch die Elterntiere selbst.

Wenn dieses Gelege etwas wird, dann kommen wohl sehr kräftige Jungtiere auf die Welt. Man sagt ja, das Reptilien, die mit Nachtabsenkung inkubiert wurden, stark und gesund auf die Welt kommen. Nur die Inkubationszeit wird sich wohl in die Länge ziehen. Ob es nun bei Schönnattern funktioniert, werdet ihr bald hier erfahren!

Dann geht natürlich die Suche los, nach verantwortungsvollen Haltern für X Orthriophis taeniurus frisei, die ja allgemein ehr verpönt sind, da sie als sehr hektisch und bissig gelten. Das Pärchen in meinem Bestand bestätigt jedoch diese Regel nicht. Beispielsweise beim Wässern mit der Gieskanne, nach der Eiablage, konnte ich dem Weibchen ohne besondere Reaktion an die Nase stubsen. Diese Tiere kann man ohne Probleme handlen, fast schon wie Kornnattern. Selbst eine Bekannte, die eigentlich "Angst" vor Schönnattern hat, nahm die zwei auch schon in die Hände, bzw. die Schönnattern sie in die Mangel (ca. KL= 2,3m)! :D

Bei Interesse an den möglichen Jungtieren dieses sonderbaren Pärchens kann man sich schon bei mir per Nachricht im TerraFans! Netzwerk melden! ;)

LG, Jens

   

Willkommen!

Free Hit Counter
Besucher bis jetzt!

Mein Name ist Jens.
Dies ist mein TerraFans! Blog und hier gehts zu meinem Profil.

Danke fürs lesen, ich hoffe meine Artikel wecken dein Interesse! ;)


Tiercharts - Pagerank Anzeige ohne Toolbar PageRank Verifizierung sicksight.terrafans.com

Dein Netzwerk - Deine eigene Homepage

Ordnung muss sein!^^

Schlagwörter

§2 Überwinterung Abgehaun Anguis fragilis Bücher Blabtica Blabtica dubia Blindschleichen Bodengrund Chaos Chondrodactylus turneri Dickfingergecko dubia Eier Energie Gelege Gottesanbeterin Großterrarium Holzterrarium Hygiene Inkubation Kapwaran Leichtsinn Mantiden Oothek Orthriophis taeniurus frisei perfektion Pflanzen Schönnatter Schlangen Schlangen suchen Solarenergie Spiderling Strom Taiwan Taxonomie Technik Terrarien sichern Terrarientechnik Terrarium Tierschutz Umwelt Varanus albigularis Vogelspinne Zucht

Meine letzten Artikel

Meine Seiten

RSS Meine Aktivitäten

Meine letzten Kommentare

RSS Meine tweets

Eingetragen bei:

http://www.rss-point.de

Blogverzeichnis