Unser Waran und das Hühnerei…
Ist es eigentlich normal, dass Warane in Gefangenschaft, keine Eier fressen können?
Ich muss leider immer wieder feststellen, das unser Sudi (Varanus albigularis) keinen Plan vom Eieressen hat. Die Warane im Fernsehen können das doch auch, oder ist das immer Zufallssache?!
Egal wie vorsichtig er das Ei versucht zu knacken... Immer läuft der ganze Senf aus dem Maul heraus und er frisst die leeren Eierschalen. Nicht, das sein Maul groß genug wäre, das ganze Ei in einem Stück zu fressen... Neeeeiiiin.... -.-
Meine Grundüberlegung an dieser Stelle ist folgend:
Wenn alle Kapwarane (in Afrika angeblich als Eierdiebe verflucht) in der Natur so dumm wären, dann wäre es doch echt Verschwendung von Nahrung. Dies kann doch normal kein Steppentier riskieren!! Ich müsste mich wirklich mal erkundigen, wie es mit dem Lernverhalten bei Reptilien ausschaut und ob es darüber irgendwelche Studien gibt...
Mein Fazit:
Der Spruch "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr." trifft wohl auch auf unseren Waran zu. Verwunderlich, aber anderes kann ich mir nicht vorstellen... Sudi ist auch nicht wirklich "gut aufgewachsen", wie in einigen meiner Beiträge zu lesen ist. Drücken wir alle die Daumen, das er irgendwann vll. doch noch ein richtiger Kapwaran wird.
Krötenwanderung in Essen
Jeden Abend beim Gassi gehen stolpern wir momentan über eine bis drei Kröten und helfen ihnen in die benachbarten Gärten zu kommen.
Heute haben wir sogar mal an die Kamera gedacht und dabei ist folgende Aufnahme entstanden.
Ich denke, das es sich um eine Erdkröte (Bufo bufo bufo) handelt. Berichtigt mich bitte, wenn dem nicht so ist!
Fliegenplage bekämpfen
Wenn das Wetter schöner wird und die Temperaturen auch im Tierzimmer über die 24°C Marke klettern, erfreut sich Obst- (Drosophilidae) und Buckelfliege (Megaselia scalaris) einer wachsenden Population und vermehrt sich bis ins unerträgliche...
Beide im Grunde für den Menschen nur extremst lästig, jedoch für die Terrarienbewohner potentieller Überträger von Nematoden und anderen Parasiten. Bei der Zucht von Schaben und Schnecken beispielsweise sind diese Viecher ehr unlustig, denn die ganze Zucht an Weinbergschnecken ist schon abgestorben. Diese wurden regelrecht aus ihren Häuschen gefressen... Für unsere Vogelspinnen sind diese Hygieneschädlinge erst recht sehr gefährlich.
Momentan sind wir am überlegen, wie man der Fliegenplage Herr werden kann und ab heute Morgen habe ich 3 Petrischalen mit einem Gemisch aus fruchtiger, süßer Fäulniss und Spülmittel, strategisch in der Wohnung verteilt. Mal sehen, ob es sich bewährt... An einer Lösung in den Terrarien wird noch gearbeitet, da das mit den offenen, klebrigen Gefäßen ehr weniger bei Schlange oder Spinne funktioniert.
So far, so good… SickSight.
Gopher Corn – Verpaarung von Bullennatter und Kornnatter
Seit März 2008 halte ich 1.0 Pantherophis gutattus und 0.1 Pituophis catenifer affinis (beide amelanistisch - albinotisch) zusammen in einem Terrarium.
Ich hatte mich damals länger damit beschäftigt und die Vor- und Nachteile dieser Vergesellschaftung abgewogen und kam zu dem Entschluss, die Tiere in einem großen Terrarium mit unterschiedlichen Trocken- und Feuchtzonen zu halten. Vor ca. einem Monat kamen die Tiere in ihr Endterrarium mit den Maßen L205cm x B75cm x H105cm mit vielen Versteck-, Klettermöglichkeiten und einem großen Wasserteil zum gelegendlichen Baden...
Dieses neue Umfeld hat wohl nun die Hormone der Tiere so beflügelt, das sie sich heute Vormittag in der Feuchtzone verpaart haben.
Ich hatte immer gedacht, das die Verpaarung nur unter Einsatz von Hormonen (in meinem Fall einer weibl. Kornnatter) zustande kommen kann. So funktioniert das jedenfalls bei gezielter Verpaarung zwischen zwei Gattungen. Eigendlich bin ich ja offizieller Gegner von Hybriden und Farbzüchtungen, die aus Profitgier und modischen Gesichtspunkten immer wieder ihre Renaissance bei einigen Terrarianern finden.
Bei meinen beiden Exemplaren hat sich die Natur wohl durchgesetzt und sie haben sich ohne mein Zutun gerade offensichtlich verpaart... Was nun... Ganz ehrlich?! ... Keine Ahnung!^^ Ob ich sie zeitige und entwickeln lasse, weis ich noch nicht... In der Natur ist eine artübergreifende Verpaarung und Vermehrung übrigens möglich und findet auch statt. Die Neonaten sind allerdings sehr oft unfruchtbar, so das in den seltensten Fällen eine dauerhafte Vermischung der Arten entsteht.
Nach einer kurzen Recherche über Google fand ich heraus, das diese potentiellen Gattungshybriden u.a. auch auf Kornnatter.de unter "Albino Gopher Corn" beschrieben sind und auch weiterführend auf internationalen Seiten unter dem Begriff "Gopher Corn" oder lustigerweise auch unter "Turbo Corn" zu finden sind...
Jetzt heist es erstmal abzuwarten, ob Medusa, das Bullennatterweibchen überhaupt ein Gelege hervorbringt. Mein Lebensmotto ist ja "Hauptsache sie haben ihren Spaß...", welches ich hier ja auch wieder anwenden kann!
So far, so good… SickSight.
Die Oothek – und aus welchem Material sie besteht
Wie die Überschrift schon aussagt, will ich hier kurz erklären, aus welchem Meterial die Oothek einer Gottesanbeterin gebaut ist. Wenn man es bis ins letzte analysiert, ist das Thema recht kompliziert, daher möchte ich es hier einfach und allgemein halten. Der Kokon wird gleichzeitig mit der Eiablage gebaut. Form, Festigkeit und Farbe ist artspezifisch, da abgestimmt auf das jeweilige Habitat des Tieres.
Für den Kokonbau sind zwei Drüsen am Hinterleib verantwortlich, welche unterschiedliche Sekrete absondern.
- Der Grundbaustoff der Oothek besteht aus einem eiweißhaltigen Sekret, welches aus einer der zwei Drüsen im Zusammenhang mit 3-Hydroxy-4-0 (beta-glucopyranosido) - Benzoesäure ausgeschieden wird. Ausserdem betten manche Arten Calciumoxalat Kristalle in die Oothekenwände ein.
- Das Sekret der anderen Drüse enthält eine Beta-Glucosidase, die für die Härtung des Proteins zuständig ist.
Vermischen sich die Sekrete der beiden Drüsen unter Sauerstoff verwandelt sich das mit der Cerci (Afterfühler) schaumig strukturierte Protein in Sklerotin. Dadurch wird das vorher wasserlösliche Eiweißhaltige Eipaket hart und bekommt eine bräunliche Färbung.
Lange Rede kurzer Sinn... Die Oothek besteht größtenteils aus Eiweiß, welches so verändert wird, das es sehr widerstandsfähig gegenüber mechanischen und chemischen Einflüssen ist. Das Endprodukt ist also Sklerotin, welches hauptsächlich im Exoskelett von Gliederfüßern (Arthropoden) wie Insekten und Krebstieren vorkommt.
Hier gehts zu einem YouTube Video von ksuads — 6. Juni 2009 — Zeitraffer von einer Sphodromantis viridis bei der Ablage einer Oothek über 2,5 Stunden . Download in höherer Auflösung hier: Rapidshare.com
Absolute Winterstarre bei Blindschleichen
Schock bei der Kontrolle der Überwinterungsquartiere der Blindschleichen (Anguis fragilis)!
Gerade dachte ich es trifft mich der Schlag... Wie fast jeden Tag kontrollierte ich die Temperatur des Kühlschranks, in dem gerade unsere 1.2 Anguis fragilis überwintern. Ein Weibchen war komischerweise ausgegraben an der Oberfläche in ihrer Überwinterungsbox. Sehr ungewöhnlich bei einer Temperatur von 8°C dachte ich mir...
Ich nahm die Box raus um das Tier zu kontrollieren und lies schon einen Schrei fahren, da das Tier nicht mehr lebendig zu sein schien! Die Schleiche bewegte sich keinen Millimeter und hatte beide Augen geschlossen, verharrte doch in einer total unnatürlichen Position mit angehobenem Kopf und war starr. Auch auf Berührung reagierte das Weibchen nichtmal mit dem leisesten Zucken...
Als ich das Tier aus der Box nahm, bemerkte ich, das sich die Körperspannung des Tieres nicht nach einer Leichenstarre anfühlte und das es sich sogar ganz leicht zu bewegen schien. Natürlich setzte ich das tot geglaubte Weib sofort wieder in ihre Box und beobachtete nochmal ganz genau... Tatsächlich! Sie bewegt sich... *puh und Stein vom Herzen fall und so*
Nach einer Kontrolle der restlichen 1.1 A. fragilis setzen wir nun die Winterruhe mit guter Hoffnung fort! Interessant finde ich, in welch tiefe Starre die Tiere verfallen sind. Dies ist bei gleicher Temperatur bei Zamenis situla nicht zu beobachten.
So far, so good… SickSight.
Standardfütterung von meiner Kettennatter (Lampropeltis californiae)
Wie füttere ich eine Schlange?
Ich möchte hier ganz kurz anreißen, wie ich die Fütterung bei meinen Nattern halte und habe dazu mal ein paar Fotos gemacht. Denn auch eine Schlangenfütterung kann unter Umständen eine kleine Wissenschaft im Großbereich Terraristik sein!
Das Futter in einer sog. Futterbox zu reichen hat im Gegensatz zur Fütterung im Terrarium folgende Vorteile:
- Die Schlange nimmt mit dem Futtertier keinen Bodengrund mit auf, welcher im Verdauungstrakt hinderlich sein könnte.
- Das Futtertier verunreinigt nicht das Terrarium mit Kot, Urin, Blut oder einfach dem Geruch.
- Die Schlange nimmt nicht die ganze Zeit den Geruch des Futtertiers war, sondern sitzt in einem neutralen Terrarium, das nicht nach Futtertier/Maus riecht.
- Mit einer gut gesicherten Ordnungsbox kann die Schlange auch ohne Probleme bis zu einer Nacht darin verweilen.
- Die Fütterung ist hygienisch, da alle Materialien, die mit dem Futtertier in Berührung kommen gut gereinigt werden können.
- und sicher noch weitere...

Hier ist meine Fütterungsbox zu sehen, in der ich alle meine Schlangen füttere (Größen von 1m bis 2,4m). Es handelt sich hierbei um eine Standard-Ordungsbox aus dem Baumarkt, die gut zu reinigen ist und auch eine Sicherung für den Deckel hat.

Mit einem Schlangenhaken nehme ich die Tiere je nach Größe aus dem Terrarium und setze sie in die Futterbox.

Meiner Erfahrung nach ist es unbedingt notwendig sich anzugewöhnen die Schlange vor der Maus in die Box zu setzen. Zum einen mindert das das Verletzungsrisiko der Schlange bei einer Lebendfütterung, zum anderen können sich stressempfindliche Tiere mit geschlossenem Deckel erstmal aklimatisieren, bevor das Futtertier dazu kommt.

Eine Pinzette ist nicht unbedingt notwendig. Allerdings kann es bei der Fütterung von aufgetautem Frostfutter schonmal passieren, das die in Rage gekommene Schlange in die Hand beißt, da diese auch von der Schlange als warmes Objekt wahrgenommen wird.

Nachdem das Mal serviert ist schließe ich einfach den Deckel und sichere ihn gegen die Ausbruchkünste von einer Schlange. Nach ca. 15 Minuten ist es meist gelaufen und ich setze die Schlange wieder mit dem Haken in ihr Terrarium.
The End!
Die Fütterung meiner Tiere kann natürlich auch abweichen, aber ich wollte jetzt hier eine einfache Standardprozedur darstellen, welche auch auf viele andere Arten wie Python regius, Pantherophis guttatus, Orthriophis taeniurus frisei und wie sie alle heißen, größtenteils übertragbar ist. Häufig animiere ich die Schlangen trots Totfütterung auch zur "Jagd" und belebe die Maus mit Bewegungen mit der Pinzette. Ich füttere die Futtertiere auch zu 99% lauwarm, weil ich beobachtet habe, das die Schlangen darauf besser anspringen.
Ich muss noch dazu sagen, das ich nie Probleme habe mit der Fütterung und meine Tiere immer ans Futter gehen. Alle Schlangen sind an diesen Fütterungsablauf gewöhnt und spielen problemlos mit. Jedes Tier hat natürlich seine Eigenarten, auf die eingegangen werden muss.
Fragen, Anregungen und Diskussionen sind gerne gesehen und dafür steht unterhalb dieses Beitrags die Kommentarfunktion zur Verfügung!
Winterruhe – Die 2. Halbzeit im Kühlschrank
Das vorläufig neue Quartier unserer Europäer ist nun ein Kühlschrank von Bosch.
Bis dato überwinterten wir sie im Schlafzimmer, bei einer Temp. von ca. 10-12°C, was aber das Schlafzimmer unbrauchbar für uns Frostbeulen machte...
Die Kühl-/Gefrierkombi haben wir uns eigenst für die Überwinterung von Reptilien und als Depot für die gefrosteten Futtertiere zugelegt. Das beste an dem Teil ist jedoch, das die Kühl- und Gefrieretage getrennt schaltbar sind, wodurch wir zum Ende der Überwinterungsperiode das Kühlteil einfach abschalten können und so Strom sparen können!
Momentan sind dort folgende Tiere bei 7°C und ca. 77% rel. Luftfreuchte versammelt:
1.2 Zamenis situla (Leopardnattern)
1.2 Anguis fragilis (Blindschleichen)
Mal sehen, wie lange wir die Tiere noch in der Winterruhe belassen, ich denke mindestens bis Anfang März und auf jeden Fall, bis die neue Terrarienanlage steht. Überraschend ist übrigens, das die Tiere trots der niedrigen Temperatur noch erstaunlich aktiv sind. Wer denkt, das die Tiere in einer Winterruhe durchgehend schlafen, irrt.
Vorteile eines Terraristik-Blogs bei TerraFans! ;)
Längere Zeit habe ich mich geärgert, das ich die Inkubationszeit bei unseren Orthriophis taeniurus frisei (Taiwan Schönnattern) nicht notiert hatte...
Und das, obwohl es doch so etwas besonderes war, denn wir zeitigten die Eier der Schlangen nicht herkömmlich im Inkubator, sondern ließen sie dort, wo das Weib sie abgelegt hatte im Terri.
Das ganze Funktionierte wie hier schonmal geschrieben super!
Doch heute kam die Erleuchtung!![]()
Da ich ja immer fleißig meinen Blog führe (naja, fast immer) habe ich heute beim durchstöbern meiner alten Artikel doch tatsächlich entdeckt, das ich über die Eiablage UND über den Schlupf einen Artikel verfasst hatte...
Aufgrund des Aufnahmedatums, welches als Exif (Exchangeable Image File Format) Datensatz von Digicams in JPEG Fotodateien gespeichert wird, konnte ich sogar den Schlupf eines Jungtieres, dessen Foto in dem Artikel gespeichert ist, bis auf die Minute rausfinden.... Wie geil!
Nun kann ich mit Sicherheit sagen, das die Zeitigung von unseren Taiwan Schönnattern 69 Tage dauerte.
Ihr glaubt garnicht, wie mich so eine Kleinigkeit erfreut!








